rbb-Klartext schreddert die Blütentherme
Therme in Werder – Badelandschaft um jeden Preis?
Brandenburg, das Land der Thermen! Und da will nun auch Werder mitspielen und macht viele Millionen locker für eine eigene Badelandschaft. Doch wie sich das rechnen soll, weiß offenbar keiner so richtig. (Quelle: rbb-Klartext)




Henry said,
Zur Ergänzung: Die Grundidee der Thermen-Finanzierung war, dass die Stadt Werder (Havel) keine Betriebskosten für das Bad bezahlt. Das ist die Idee hinter dem PPP-Modell, von der Klartext nicht berichtet. Beispiel Potsdam: Der momentane kommunale Zuschuss an den Bäderbetrieb beträgt pro Jahr 1,5 Millionen Euro, er wird sich mit dem geplanten Badneubau noch erhöhen.
Für Werders Blütentherme sollen alle Betriebskosten von der Kristall Bäder AG übernommen werden. In Werder hätte ein kleines kommunales Bad 10 Millionen Investitionen und jährlich 500 000 Betriebskosten gekostet. So wird die Stadt am Ende neun Millionen zuschießen, keine Betriebskosten haben und trotzdem den gewünschten Badbereich mit günstigen Eintrittspreisen für die kommunale Daseinsfürsorge bekommen.
Damit soll nicht gesagt sein, dass das PPP-Modell ohne Risiken ist. Es gibt aber bei der Blütentherme auch keinen Finanzierungsskandal, der nicht in den PNN gestanden hätte.
Thomas said,
Hallo!
In Lu scheint die Therme super zu funktionieren (gleiche Firma), ständig brechend voll. Werder ist nicht so gut erreichbar auch von Berlin, durch die Havelquerung. In LU sind auch sehr viele Berliner. Ich denke schon das Werder funktionieren könnte, bloß das gibt Belzig und der geplanten Therme in P. den Todesstoß. Oder P. läßt sich einen Knaller einfallen.
VG
Kreilinger said,
Auch ich darf mich studierter Kaufmann schimpfen, komme aber keineswegs zu der gleichen Einschätzung wie der SPD-Stadtverordnete. Erstens ist ein solches Bad eine Infrastruktureinrichtung für uns Werderaner und es ist vollkommen normal, dass Infrastruktur Geld kostet bzw keine direkte Rendite bringt. Sie erhöht massiv die Lebensqualität und führt so zu mehr Zuzug – und das ist im schrumpfenden Brandenburg das wichtigste Mittel für eine auch zukünftig blühende, wirtschaftlich gesunde Stadt. Unsere Kinder können vor Ort Schwimmkurse machen, wir müssen nicht auch am Wochenende noch irgendwo hin pendeln etc.
Zweitens gibt es einen unmittelbarer Beleg für die positiven externen Effekte: das gesamte Baugeschehen in den Havenauen, die nun endlich zu einem vitalen Stadtquartier werden. Nach Jahren Stillstand haben wir sprunghaft gestiegene Baulandpreise und hunderte Wohnungen entstehen. Die Therme war die initiatzündung hierfür.
Wer übrigens sagt, man sei doch nur 50 km von Bad Belzig weg, der hat Mitleid mit Bad Belzig und das ist o.k. Dass es attraktiv wäre, von Werder dorthin zu fahren statt nach ludwigsfelde oder dass es einer eigenen Therme vergleichbar wäre, ist hingegen absurd.
Rene said,
Hallo Herr Kreillinger,
ich muss ihnen widersprechen, der Bau der Therme war keinesfalls die Initialzündung für die umfangreichen Neubauten in den Havelauen.
Ich und einige meiner Bekannten bauen dort gerade oder haben dort gebaut. Der Hauptgrund für das Bauen dort ist, dass es endlich gelungen ist, die marode MEGA AG abzuwickeln und einen Investor zufinden der nicht nur die Grundstücke verkauft, sondern auch die Erschliessung vertraglich zugesichert hat.
Die MEGA hat es nicht geschafft die Grundstücke anständig zu erschliessen, erst im Zuge der Insolvenz wurden überhaupt mal wieder Grundstücke verkauft. Bis dahin wurde durch den König der Havelauen jegliche Ansiedlung, auch von Gewerbe, erfolgreich verhindert.
Auch sind die Grundstückspreise dort nicht sprunghaft gestiegen, sondern orientieren sich jetzt eher an den ortsüblichen Preisen. Die Mondpreise die Mitte der 90er durch die MEGA aufgerufen wurden, haben auch dazu geführt, dass eine Weiterentwicklung blockiert wurde.
Der Bau der Therme hat allerdings den positiven Effekt, dass die Stadt Werder endlich auch auf die Bewohner der Havelauen aufmerksam wird. Bis vor kurzem ging Werder gedanklich nur bis zum Bahnübergang in der
Eisenbahnstraße. Das fängt bei der Nahversorgung an und hört beim Nahverkehr auf. Bei den Gründungsarbeiten für die Therme war man ja regelrecht überascht dort lebende Menschen zu finden. Zur Erinnerung das Wohngebiet in den Havelauen besteht schon seit 1995/ 1996 !
Kreilinger said,
Hallo Rene, natürlich haben Sie Recht, dass das Flächenmanagement nun ein besseres ist. Ob aber die TRAX die Restflächen gekauft hätte, wenn man nicht mit der Blütentherme ein Argument gehabt hätte, z.B. die alten Kasernen zu revitalisieren und diese Grundstücke gut verkaufen zu können, weiß ich nicht. Die Therme füllt ein Vakuum (und beseitigt einen “Saustall”) das bzw. der zwischen “Am Zernsee” und dem Neubaugebiet, in dem Sie und andere bauen/gebaut haben bestand bzw. derzeit noch besteht. In der Tat schafft das nun auch die Verbindung zum Rest der Stadt. Dass die Thermenentscheidung jedenfalls die ganze Entwicklung in den Havelauen nochmal angeschoben hat, liegt auf der Hand. “Initialzündung für Stufe 2″ wäre also wohl das, auf das wir uns einigen können…
Kay said,
Hallo Rene und Herr Kreillinger,
Nicht Initialzündung eher Fehlzündung. Popkornvalley auf Hochtour. In ganz Werder liegt soviel braches Bauland, dass man die paar hundert Häuser auch homogen ins Stadtbild hätte einfügen können. Verlangt etwas Mühe und Willen aber viele hätten dramit gewonnen. Jetzt verdient nur einer und Straßen, Kanalisation, Licht etc. müssen trotzdem bezahlt werden von der Stadt … für den städtischen Apnedix. Obwohl man zu 50% in Werder auf Sandwegen durch Wohnsiedlungen fährt. Komplette Misswirtschaft auf ganzer Linie, was mit ner Prestigebadewanne noch angehübscht werden soll. Aber nein rauf auf die grüne Wiese, ohne Stadtbezug, kein historisches Wachstum und wenn es mal rückwärtsgeht wird es dort sehr schnell wieder einsam. Grauenvoll!
David said,
Hallo Kay,
es ist erfreulich, dass du so gute Ideen hast. Wie die PNN heute berichtet ( http://www.werderpluswerder.de/?p=8351 ), finden in den nächsten Wochen und Monaten Diskussionen zum Leitbild der Stadt Werder (Havel)statt. Dort freut man sich bestimmt über jede sachliche und konstruktive Anregung. Und die eine oder andere aufkommende Frage, warum manche Dinge so laufen wie sie laufen, wird vom Bürgermeister direkt beantwortet. Bis dann!
Rene said,
Hallo Kay,
also das innerhalb der Stadt Bauland brach liegt konnte ich bei meinen Recherchen nicht festellen, nur weil es freie Grundtsücke gibt, heisst es nicht das es Bauland ist. Es muss auch jemand verkaufen wollen und das können die Stadt oder die Stadtentwickler nun wirklich nicht steuern, weil Bauland zumeist in Privatbesitz ist. Was auch gut so ist. Hinzu kommt das es auch bezahlbar sein muss. Die Preisunterschiede zwischen Havelauen und Stadt liegen ca. bei 60€ bis 70€ pro Quadratmeter!
Im Übrigen zahlt nicht die Stadt Straßenbeleuchtung, Müll etc. sondern die Anwohner.
Ich fahre übrigens nicht auf einem Sandweg zu meinem Grundstück! In Wohngebieten wo das so ist, sollten vielleicht mal die Anwohner drübernachdenken warum sie keine richtige Straße haben, meist liegt es daran das sie es nicht bezahlen wollen.
Ihrem Beitrag entnehme ich, dass sie ganz schön gefrustet sind von den Entwicklungen in der Stadt Werder, schade eigentlich, dass sich die Werderschen nie mit Änderungen und neuen Gesichtern in ihrer Stadt anfreunden können.
Kay said,
Hallo David & Rene,
An der ersten Stadtleitbildrunde hätte ich gerne mitgemacht, nur irgendwie war der Informationsfluss im Stau. Ich wusste nicht einmal, dass die Stadt nach einem neuen Leitbild sucht. Zum Thema Infrastruktur und Sandwege will ich gerne mal mit Rene und dem Fahrrad durch Werder fahren. Richtig, man soll nicht nur das halbe-leere Glas sehen. Alles was in Werder geschieht ist normale Stadtentwicklung eines Berliner Speckgürtelzuzugs der letzten 20 Jahren. Das geschieht überall um Berlin herum auch. Nichts ist daran besonders toll bzw. besonders schlecht. Zum Thema Bauland … wo ein städtischer WILLE ist … da kann auch gebaut werden! Was nützt es uns Werderaner auf private Ruinen und wilde Äcker zu schauen, die eigentlich genutzt sein MÜSSEN. Sowas erfordert Geschick und Ausdauer, aber zum Schluss hat man etwas richtig Tolles. Und in diesem Punkt ist die Stadt sehr Beratungsresistent, fast schon Stur, da geht nur was eine CDU-Fraktion seit 23 Jahren bestimmt. Also nicht anders als vor 89 nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Feine demokratische Gewaltenteilung. Und auch richtig, der Anwohner zahlt letztendlich alles. Aber hätte er dies auch nicht mitten in der Stadt tun können? Statt auf einem wertlosen Stück Grün, drei Kilometer vor der Stadt, welches anschl. für 70 EUR/qm privat kapitalisiert wird. Die Anlieger von Eisenbahn-, Potsdamer- u. Brandenburger Str. haben jedenfalls den Werteverlust zu tragen, für solche Art v. Stadtentwicklung. Dort flieht man wegen des ausgeuferten Verkehrs und die Grundstücke verkaufen sich wie Sauerbier. Und durch die Therme werden es ca. 1.000 Fahrzeuge pro Tag mehr. Guten Abend Werder.
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